GÉZA ANDA FESTIVAL 2016

CONCOURS GÉZA ANDA 2015

HORTENSE ANDA

HORTENSE ANDA-BÜRLE

Teilnehmer

Dénes Várjon#

Dénes Várjon

  • Dénes  Várjon
  • Ungarn
  • Alter: 49
  • männlich
  • Profilaufrufe: 3174
  • Concours (Platzierung): 1991 (1.)
Über mich:

Biografie

Der ungarische Pianist Dénes Várjon studierte an der Liszt Ferenc Musik Akademie Budapest bei Ferenc Rados und György Kurtág und nahm bereits als Jugendlicher jährlich an internationalen Meisterkursen von András Schiff teil. 1991 schloss er seine Studien mit dem Konzertdiplom ab und ist seit 1994 Assistenz-Professor an der Liszt Ferenc Akademie in Budapest. 1997 wurde ihm von der Ungarischen Regierung der Liszt Preis verliehen. Dénes Várjon war 1991 überragender erster und einer der bisher jüngsten Preisträger beim Concours Géza Anda in Zürich. Kurz darauf debütierte er als Solist mit der Camerata Salzburg unter der Leitung von Sándor Végh bei den Salzburger Festspielen.

 

Als einer der wichtigsten ungarischen Musikerpersönlichkeiten seiner Generation profiliert sich der Künstler seit vielen Jahren regelmässig in den wichtigsten Musikmetropolen Europas und den USA und ist Gast bei internationalen Festivals wie den Salzburger Festspielen, Mozartwoche Salzburg, Klavier Festival Ruhr, Festival Kissinger Sommer, bei András Schiffs und Heinz Holligers „Ittinger Pfingstkonzerten“, Lucerne Festival und Piano Series, Biennale di Venezia, Sommerliche Musiktage Hitzacker, Gidon Kremers Lockenhaus Festival, Rheingau Musik-Festival, Schleswig-Holstein Musik Festival, den Ludwigsburger Schlossfestspielen und dem Kunstfest Weimar, wie auch beim Edinburgh Festival und vielen anderen.

 

Als Solist konzertierte er in den letzten Saisons mit Orchestern wie der Camerata Salzburg, dem Wiener Kammerorchester, dem American Symphony Orchestra, dem Münchener Kammerorchester, der Camerata Bern, dem Orchestre de Chambre de Lausanne, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Ungarischen Staatsorchester, der Academy of St. Martin in the Fields, dem Chamber Orchestra of Europe, dem Orchestre National du Capitole de Toulouse, dem Scottish Chamber Orchestra, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg, dem Rundfunk Sinfonie Orchester Berlin, dem Budapest Festival Orchester, Gidon Kremers Kremerata Baltica, unter namhaften Dirigenten wie Heinz Holliger, Adam Fischer, Ivan Fischer, Leopold Hager, Horst Stein, Sir George Solti u.a.
Neben seiner solistischen Tätigkeit widmet sich Dénes Várjon mit grossem Engagement der Kammermusik.

 

Zu seinen Kammermusikpartnern gehören u. a. Steven Isserlis, Joshua Bell, Evelyn Glennie, Clemens, Lukas und Veronika Hagen, Heinz Holliger, Leonidas Kavakos, Miklós Pérenyi, András Schiff, Carolin Widmann, Christoph Richter, Radovan Vlatkovic, Tabea Zimmermann, das Carmina Quartett, das Takács Quartett, das Keller Quartett, das Ensemble Wien-Berlin. Dénes Várjon ist darüber hinaus regelmässig mit seiner Frau Izabella Simon zu hören, mit der er bei Rezitals vierhändig auf zwei Klavieren spielt.

 

Mit dem Oboisten und Komponisten Heinz Holliger arbeitet Dénes Várjon seit langen Jahren eng zusammen. Eine ebenso intensive Zusammenarbeit besteht mit dem Komponisten und Klarinettisten Jörg Widmann. Viele gemeinsame Konzerte sind für dieses Jahr geplant.
Dénes Várjon kann auf eine sehr beachtliche Diskographie bei Naxos, Capriccio, Hungaroton und Sony Classical verweisen. Zu seinen international bedeutendsten Einspielungen gehört eine Produktion mit András Schiff, Heinz Holliger und dem Budapest Festival Orchester, die bei TELDEC erschienen ist: Sándor Veress: „Hommage à Paul Klee“ und die im November 2001 erschienene Solo CD (Pan Classics - Schweiz) „Hommage à Géza Anda“. Mit Carolin Widmann hat Dénes Várjon eine CD mit Robert Schumanns Sonaten im Sommer 2007 bei ECM aufgenommen, welche im August 2008 erschienen ist. Im gleichen Jahr ist ebenfalls bei ECM die Aufnahme der Holliger Romcendres veröffentlicht worden, die er gemeinsam mit dem Cellisten Christoph Richter eingespielt hat. Eine CD mit Stücken von Schumann und dem Cellisten Steven Isserlis wurde 2009 bei Hyperion veröffentlicht. Im Januar 2012 ist seine erste Solo-CD mit Stücken von Berg, Janácek und Liszt bei ECM erscheinen.

 

> www.denesvarjon.com

 

Festpiele Zürich: Richard-Wagner-Spiegelungen

Der Pianist Dénes Várjon mit Wagner und Liszt

 

Wagners Vorspiel zu "Tristan und Isolde" am modernen Konzertflügel orchestriert; mit Liebe und Zeit, um Details auszukosten, mit unglaublichen Farben und einer inneren Spannung sondergleichen. Dénes Várjon kann die kongeniale Bearbeitung des Tristan-Vorspiels durch Zoltán Kocsis atemberaubend spielen. Auch Isoldes Liebestod in der Klavierbearbeitung von Franz Liszt am Schluss seines Wagner und Liszt gewidmeten Rezitals in der Tonhalle: fabelhaft ausbalanciert und doch emotionell aufgeladen.

 

Várjon gab einen anregenden Klavierabend voller Querbezüge. Nahtlos an das offen endende Tristan-Vorspiel etwa liess er Liszts späte "La lugubre gondola II" anschliessen; staunenswert, wie die Stücke zu einem verschmolzen. Oder nach der Pause: Liszts "Loreley" steckt voller Anklänge an den später komponierten "Tristan"; Várjon schloss attacca Liszts "Mignon" und dessen "Tannhäuser-Abendstern"-Bearbeitung an. Eindrücklich der Schlussbogen mit einer Trilogie von "R.W. - Venezia", "Schlaflos! Frage und Antwort" (beide Liszt 1883) und "Isoldes Liebestod" (Bearbeitung Liszt 1867). Wagner war mit einigen Albumblättern, die er andern Leuten zu gefallen schrieb, auch als Klavierkomponist präsent. Darunter ist die "Sonate für das Album von Frau M.W." das bedeutendste. Echte Salonmusik über Wagner-Motive - Quadrillen von Chabrier, Fauré und Messager - spielte Várjon zusammen mit Izabella Simon vierhändig in einer literarisch-musikalischen Sonntagsmatinee zu "Wagner-Spiegelungen in der Literartur", welche das Tonhalle-Orchester gemeinsam mit dem Literaturhaus veranstaltete. Adolf Muschg moderierte mit Biss und Witz, es las Daphne Wagner. Erfrischend die musikalischen Beiträge von Várjon und Mitgliedern des Tonhalle-Orchesters, und anregend war es, Wagners Bedeutung als Katalysator zu hinterfragen.

Neue Zürcher Zeitung - 25. Juni 2013 - Alfred Zimmerlin

 

Zürcher Festspiele: Die Zukunft hörbar machen

 

(...) Ein Glücksfall ist es, wenn der so klar und transparent gestaltende ungarische Pianist Dénes Várjon, das Tonhalle-Orchester Zürich und Heinz Holliger zusammenfinden, um Liszts zweites Klavierkonzert A-Dur zu geben. Am letzten ihrer drei Abende waren Orchester und Pianist ganz nah zusammen, klanglich aufs Feinste aufeinander abgestimmt. So wird hörbar, wie eigenwillig Liszt schon hier an Grenzen ging. (...)

 

Neue Zürcher Zeitung - 27. Juni 2011 - Alfred Zimmerlin

Géza Anda - ein verpflichtendes Erbe

 

Dénes Várjon, Gewinner des Concours Géza Anda 1991, stellt sich in Verbindung mit seinem Rezital vom 14. Oktober 2004 im Rahmen der Géza Anda-Festwoche auf Schloss Elmau den Fragen von Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse.

 

 

Was Géza Anda mir als Künstler von heute noch zu sagen hat?

 

Viel, weil mich die Grössen der Vergangenheit immer interessiert haben. Anda traf sich mit den grossen Musikerpersönlichkeiten seiner Zeit, für mich sind sie wirkliche Legenden. Er lebte in der für die Liszt-Akademie wichtigsten Epoche, als Dohnányi und Weiner dort unterrichteten. Anda verliess Ungarn früh, arbeitete dann aber mit Furtwängler, Fricsay, Kubelik und Haskil zusammen, um nur wenige herausragende Künstler zu nennen: prägende und einflussreiche Erfahrungen. Trotzdem oder gerade deswegen hat Anda seinen ganz persönlichen und eigenen Weg gefunden. Er war und ist eine Art «Musikvermittler » zwischen damals und heute.

 

Géza Anda war Ungar wie ich es bin. Als ich zum ersten Mal auf seinen Namen stiess, war ich noch ein Kind. Für uns Pianisten der jüngeren Generation ist es lebenswichtig, die Botschaft der uns vorangegangenen Musiker zu empfangen, zu entziffern und zu verstehen. Als bislang einziger ungarischer Preisträger des "Concours Géza Anda" begannen mich unsere gemeinsamen Wurzeln zu interessieren, seine und meine. Ich selbst verdanke György Kurtág viel, einem Schüler von Weiner. Später spielte meine Bekanntschaft mit András Schiff, Schüler von Kurtág, eine entscheidende Rolle in meiner künstlerischen Entwicklung. Bei uns Ungarn reicht die lange Kette dieser Künstlernamen letztlich bis zu Franz Liszt ... in dieser Linie steht Géza Anda und stehe auch ich.

 

Er hatte moralische Grundsätze, die mir sehr imponieren. Disziplin zum Beispiel hielt er für sehr wichtig. Sie schadet weder der Phantasie noch den Gefühlsempfindungen, aber sie gibt Sicherheit für das Werk und seinen Komponisten, sie erleichtert den Zugang zur Musik auf vielfältige Weise. Pianist zu sein, verlangt eine besondere Disziplin - das vor allem habe ich von Géza Anda gelernt, eben diese harte Disziplin, welche in seinem Spiel immer sehr betont zum Ausdruck kommt.

 

 

Persönlich habe ich Anda nicht gekannt. Was, wenn ich ihm begegnet wäre?

 

Das hätte mir viel bedeutet. Aber ebenso viel bedeuten mir diese versteckten und geheimnisvollen Begegnungen mit ihm, weil die Kunst eine Beziehung herstellt, für die man sich persönlich nicht zu kennen braucht. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein geistiges Verhältnis zu Anda ebenso stark ist, wie wenn es auf der physischen Ebene stattgefunden hätte. Was wir uns zu sagen haben, sagen wir uns am Klavier. Wäre es noch denkbar, ihm am Klavier etwas vorzutragen und ihn um seine Meinung zu bitten, dann würde ich im Moment etwas von Franz Liszt spielen. Und wenn es gar möglich wäre, zusammen mit Géza Anda ein Werk für zwei Klaviere zu spielen, dann würde ich Béla Bartóks Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug wählen.

 

Glücklicherweise hatte und habe ich die Gelegenheit, häufig mit Hortense Anda zu sprechen. Dank dieser Gespräche konnte ich mir ein starkes und lebendiges Bild von Anda machen. Ich habe Hortense Andas Erzählungen über die gemeinsame Zeit mit ihrem Mann hoch geschätzt, über sein musikalisches Leben, seinen Kunstverstand und seine Kunstvorlieben, auch über seine privaten Beziehungen zu seinen Freunden. Hortense Anda hat mir ein lebendiges Portrait ihres Mannes vermittelt. Ausserdem habe ich vieles über die Zeit erfahren, in der er gelebt hat.

 

Denn Géza Anda war ein gebildeter Künstler, auch in literarischer Hinsicht, das halte ich bei einem Pianisten für besonders wichtig. Wenn ich an den privaten Géza Anda denke, sind mir einige seiner Eigenschaften sehr sympathisch. Vor allem sein unwahrscheinlich guter Geschmack, sein reiches Wissen und seine breitgefächerten kulturellen Interessen.

 

Ich bewundere alle Künstler, die an möglichst Vielem interessiert sind, die über eine breite kulturelle Bildung und über eine reiche Lebenserfahrung verfügen. Musik ist Teil einer grossen Kultur und grosser Teil des Lebens. Alles steht mit allem in enger Beziehung. Also versteht man ein musikalisches Werk erst dann, wenn man seine Zeit und seine Geschichte erkennt und die vielen feinen Fäden in diesem geistigen Netzwerk zu sehen vermag.

 

Meine geistige Auseinandersetzung mit Géza Anda, meine künstlerische Verbindung zu ihm wurde durch den Wettbewerb und stärker noch durch die warme und menschliche Beziehung zu seiner Familie beflügelt. In den Gesprächen mit seiner Frau im Haus an der Zollikerstrasse und während des Aufenthalts in Andas Ferienhaus auf dem Bachtel, wo ich häufig wohnen und üben durfte, wurde für mich das Milieu lebendig, in welchem der Meister gelebt und gearbeitet hat. Seine Bibliothek, seine Noten, die gesamte kulturelle Atmosphäre, die ihn umgab - all das schenkte mir das gleiche Gefühl der geistigen Verwandtschaft wie sein Spiel. Im Haus auf dem Bachtel lebte ich gleichsam ständig in Géza Andas Gegenwart.

 

 

Wie ich den Concours Géza Anda beurteile?

 

Als sehr bedeutungsvoll. Ich denke, das ist ein ganz besonderer und einzigartiger Wettbewerb, weil er tatkräftig hilft, eine Karriere aufzubauen, und zwar auf eine sehr persönliche, menschliche und musikalisch verantwortungsvolle Weise. Meine Teilnahme am Concours 1991 war ein Meilenstein in meiner pianistischen Laufbahn. Sie spielte eine entscheidende Rolle für meine regelmässige Konzerttätigkeit. Als Géza Anda-Preisträger gehört man zu einer grossen Familie, dort fühlt man sich gut aufgehoben und geborgen.

 

 

Wenn ich Andas Schallplatten-Einspielungen höre,...

 

...geht mir auf, dass Anda ein sehr ehrlicher Künstler war, äusserst diszipliniert. Er hatte viel zu sagen. Sein Spiel hat eine ausgesprochen virtuose und grandiose Seite, aber auch eine sehr verletzliche. Man nannte ihn oft den «Poeten am Klavier», das kommt nach meiner Meinung besonders schön zum Ausdruck in seinen Schumann- und Chopin-Einspielungen, aber auch in den Intermezzi op. 117 von Johannes Brahms. Woran ich seine pianistische «Handschrift» erkenne? ... Am Klang ... an der Art und Weise, wie sein Klavier klingt und singt.

 

 

Welche Einspielung aus seinem Repertoire ich am meisten bewundere?

 

Alle, vor allem aber die frühe Einspielung von Robert Schumanns «Carnaval». Eine lebendige, phantasievolle, kraftvolle und junge Interpretation und dann seine letzte Einspielung der Chopin-Walzer, besonders des Walzers in a-Moll, ihn verstehe ich als seinen Abschied.

 

 

Zeitgenössische Werke?

 

Ich spiele sie, weil ich in einer anderen Zeit lebe und mich anregen lasse von Einflüssen durch zeitgenössische Komponisten, z.B. Kurtág oder Holliger. Trotzdem habe ich eine Hommage-CD für Géza Anda eingespielt, in seiner musikalischen Welt fühle ich mich zu Hause.

 

Manchmal werde ich gefragt, warum die Werke von Béla Bartók für ungarische Pianisten eine besondere Verpflichtung sind... Für uns Ungarn ist das keine Verpflichtung, vielmehr eine Liebeserklärung. Alle Ungarn wachsen mit Bartóks Musik auf. Sie ist wie eine Muttersprache, und Bartók ist wirklich ein Vorbild für ungarische Musiker. Wir bewundern ihn wegen seiner Menschlichkeit und seinen musikalischen Inspirationen.

 

Ich bin und bleibe Géza Anda dankbar. Sollte ich ihm ein Geschenk machen, würde ich ihm Bücher von heutigen ungarischen Schriftstellern wie Kertesz, Esterhazy oder Márai zu lesen geben. In einem beiliegenden Brief würde ich mich herzlich bedanken dafür, dass der Wettbewerb in seinem Namen manchen jungen Pianisten wirkungsvoll geholfen hat und auch in Zukunft helfen wird und dass mit anderen Worten der Name Géza Anda bei vielen jungen Menschen und Musikern immer noch ganz lebendig ist.

 

 

Warum ich glaube, dass eine «Hommage à Géza Anda» wichtig ist, fast dreissig Jahre nach seinem Tod?

 

Weil wir die Überzeugung haben, in dieser unvergesslichen Persönlichkeit eine wichtige Orientierung zu behalten, künstlerisch wie moralisch. Weil wir dafür verantwortlich sind, Géza Anda mehr und mehr kennen zu lernen und zu verstehen. Das gibt uns die Gelegenheit, ihm auf einer anderen Ebene zu begegnen, auf der höheren Ebene seiner Menschlichkeit, ohne die seine musikalisch-künstlerische Faszination gar nicht möglich gewesen wäre.

 

 

 

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